Autor Thema: Entwicklungen im Markt...wo geht die Reise hin  (Gelesen 3487 mal)

Offline socketandy

  • Registriert
  • Neuling
  • *
  • Beiträge: 2
Entwicklungen im Markt...wo geht die Reise hin
« am: 08. Dezember 2012, 21:29:40 »
Hallo,    mich interessiert wie Ihr die aktuelle Entwicklung im Markt seht.
Meine Beobachtung ist, dass sich die Bankentöchter anscheinend stark in die Bankkundschaft zurück ziehen.
Die privaten Gesellschaften haben nur noch begrenzte Refimittel und konzentrieren sich aktuell in Nischen.

Wo geht aus Eurer Sicht der Weg hin?

Gibt es bald nur noch Banktöchter, Captives ein paar private und wenige professionelle Vermittler?

Auf Meinungen bin ich gespannt.

Offline Gerd Schäfer

  • Globaler Moderator
  • Neuling
  • *****
  • Beiträge: 20
Re:Entwicklungen im Markt...wo geht die Reise hin
« Antwort #1 am: 12. Dezember 2012, 09:22:15 »
Guten Morgen,

sicher haben einige Gesellschaften "aufgegeben" oder arbeiten weiter, als gäbe es keine Zulassungspflicht für Finanzierungsleasing- und Factoringinstitute.

Aber die Gesellschaften mit Zulassung stellen sich den neuen Anforderungen. ( knapp 650 wenn ich richtig gezählt habe  )

http://www.bafin.de/SharedDocs/Downloads/DE/Liste/Unternehmensdatenbank/dl_li_fidi_leas_fac.xls?__blob=publicationFile&v=21

Wie in der Vergangenheit wird es Gesellschaften geben die wachsen - und Gesellschaften die Marktanteile verlieren.

Wer seine "Hausaufgaben" gemacht hat - und künftig macht - den wird es weiter geben.

Mir haben die neuen Herausforderungen viel neues Wissen beschert - ich habe viele interessante Kolleginnen / Kollegen kennengelernt.


Auch hier ist es wie bei einem Marathonlauf ......  "Wer stehen bleibt, der hat verloren."


In diesem Sinne eine gute Zeit im Advent

Herzliche Grüße

Gerd Schäfer

Offline Heiner Krapf

  • Globaler Moderator
  • Neuling
  • *****
  • Beiträge: 2
  • Heiner Krapf, GF DESTINATION
    • DESTINATION GmbH & Co. KG Unternehmens- und Karriereberatung
Re:Entwicklungen im Markt...wo geht die Reise hin
« Antwort #2 am: 13. Dezember 2012, 16:45:01 »
Guten Abend,

vielleicht noch ein paar Denkansätze zusätzlich neben den (sicher richtigen) von Gerd Schäfer:

Bei den im Ursprungsbeitrag angesprochenen bankenunabhängigen Leasinggesellschaften sehe ich derzeit –insbesondere ausgelöst auch durch die Bankenaufsicht und ihre Konsequenzen- 3 unterschiedliche Gruppen von Kandidaten:

1.   Die „Standhaften“ (siehe Gerd Schäfer), die auch schon in der Vergangenheit vertrieblich sauberes Geschäft initiierten, intern gut funktionierende Mechanismen installiert hatten und fachlich und substantiell auf eine gute Basis vertrauen konnten. Ich denke, diese Gruppe wird sich auch zukünftig weiter unverändert –oder sogar gestärkt –mit klaren Strategien für die Zukunftssicherung und mit entsprechender Motivation für die Mitarbeiter in diesem Markt behaupten können. Zumal sich inzwischen nach aktuellen Aussagen des BDL die Refinanzierungs-Situation wohl erfreulicherweise weiter entspannt hat.

2.   Die „Wackel-Kandidaten“, die alle diese organisatorischen und pekuniären Neubelastungen durch die Bankenaufsicht nicht mehr tragen wollen oder auch nicht können. Wenn dann der Gesellschafter möglicherweise auch noch in einem fortgeschrittenen Alter aus der ersten deutschen Leasing-Generation ist, fragt er sich schon, ob er sich das noch alles antun muss oder vielleicht andere Alternativen suchen möchte. Wenn seine Gesellschaft vertrieblich erfolgreich –ggf. in besonderen Nischen- unterwegs ist und nur die internen Lasten drücken, bleibt ihm immer noch die Möglichkeit, seine Vertriebsmannschaft weiter erfolgreich zu führen und sich intern mit der gesamten Administration, Bilanzierung und Refinanzierung an eine der „standhaften“ Gesellschaften anzudocken. Dieses System wird i.Ü. in England schon immer erfolgreich so praktiziert. Dort gibt es nur ganz wenige Gesellschaften, die die Geschäfte in die Bücher nehmen, alles andere wird gemakelt.

3.   Die „Umfaller“, die entweder aus der Gruppe der „Wackel-Kandidaten“ keine rein vertriebliche Zukunftschance sehen/finden und aufgeben müssen. Oder, die aus der Gilde jener Gesellschaften kommen, die ohnehin schon früher keine so richtige Existenzberechtigung hatten und diese mittlerweile durch die Bankenaufsicht auch abgesprochen wurde. Diese Marktbereinigung um solche Teilnehmer kann der Leasingbranche nur guttun.

Also aus meiner Sicht insgesamt nicht unbedingt negative Auswirkungen der Bankenaufsicht auf die Gesamt-Branche. 

Schöne Grüße aus Schlaitdorf
Heiner Krapf